vipp - the vipp story - dänisches design seit1939
1939 - eine
Liebesgeschichte
Wir schreiben das Jahr 1939. Holger Nielsen und Marie Axelsen haben gerade
geheiratet. Marie ist gelernte Friseurin und beschließt, ihren eigenen
Damensalon in Randers zu eröffnen. Das Geld ist knapp, und daher bittet sie
ihren Mann, sie bei der Einrichtung des Salons zu unterstützen. Unter anderem
ist sie an einem hübschen Abfalleimer interessiert.
Holger Nielsen zieht sich daraufhin in seine Werkstatt zurück, um den Wunsch
seiner Frau zu erfüllen. Der talentierte Handwerker möchte seiner Frau
natürlich gern mit seinen Fähigkeiten imponieren. Etliche Stunden später
präsentiert er Marie den Vipp-Treteimer - sie ist entzückt.
Ebenso wie die Kundinnen im Salon, die vom Vipp-Eimer so
begeistert sind, dass sie bei Holger weitere Modelle bestellen. Die Kundinnen
sind davon überzeugt, dass der schöne Eimer perfekt in die Arzt- oder
Zahnarztpraxen ihrer Ehemänner passt, nicht zuletzt weil er so herrlich
praktisch ist. Aufgrund der zunehmenden Nachfrage beginnt Holger Nielsen mit
der regelmäßigen Produktion von Vipp-Treteimern. Der eigentlich nur für Marie
gedachte Abfalleimer entwickelt sich so innerhalb von kurzer Zeit zu einem
festen Bestandteil dänischer Arztpraxen.
1949 - Ein neuer
Deckel
Holger Nielsen war ein Handwerker mit einem ausgeprägten Sinn für Ästhetik und
Qualität. „Gutes Design kommt nie aus der Mode", pflegte er zu sagen. Die
Zeit gab ihm Recht: Der Vipp-Eimer hat sich seit seiner Entstehung 1939 in
Bezug auf Form und Material kaum verändert.
Einzig der Deckel ist anders als beim Original. Ursprünglich bestand der Deckel
aus verchromtem Stahl und hatte eine gewellte Form. Seit den 40er-Jahren ist es
jedoch möglich, Metall zu ziehen, wodurch das runde, weiche Design aus
rostfreiem Stahl, das wir heute kennen, erreicht wurde.
1992 - Die Tochter
übernimmt das Ruder
1992 verstirbt Holger Nielsen im Alter von 78 Jahren. Er war ein Mann mit sehr
konservativen Ansichten und hat sich nie vorstellen können, dass einmal eine
seiner Töchter Vipp übernehmen würde. Als Nielsens Frau Marie plötzlich mit
ihrem Friseursalon und Vipp allein dasteht, beschließt sie, die Firma ihres
Mannes zu verkaufen. Jette Egelund jedoch, die jüngste Tochter der beiden, will
das Lebenswerk des Vaters nicht aus dem Familienbesitz geben und entschließt sich
im letzten Augenblick, die Firma zu übernehmen. Vipp ist nun ein Familienunternehmen
in zweiter Generation.
Bis zu diesem Zeitpunkt werden die Vipp-Eimer nur berufsbezogen verkauft - aber
Jette Egelund hat einen Traum. Sie ist mit dem Treteimer bei sich zu Hause
aufgewachsen und möchte, dass auch andere Freude an diesem Produkt in ihren
privaten Heimen haben. Jette ist davon überzeugt, dass der Vipp-Eimer
designbewusste Verbraucher anspricht, die nach einem hübschen Abfalleimer für
ihr Bad oder die Küche suchen.
1995 - Eine neue
Zielgruppe: Designfans
Jette Egelund kündigt daher kurzentschlossen ihre Arbeit als
Personalentwicklerin, um sich voll und ganz auf Vipp konzentrieren zu können.
Anfangs arbeitet sie an einem Schreibtisch im Schlafzimmer. Sie erhält täglich
Bestellungen für 5-10 Treteimer, doch das Unternehmen schreibt rote Zahlen. Es
muss etwas passieren.
Jette klemmt sich also den Eimer unter den Arm und stattet den besten Möbel-
und Designgeschäften in Dänemark und dem nahen Ausland einen Besuch ab. Viele
sehen im Treteimer jedoch kein Potenzial...
1996 -
Internationaler Durchbruch
...doch Jette Egelund gibt nicht auf, und ihre Entschlossenheit zahlt sich
schließlich aus. Zunehmend mehr Menschen verlieben sich in Form und Qualität
des Vipp-Treteimers. Als der Conran Shop für Filialen in London und Paris Eimer
bestellt, ist sich Jette ganz sicher, dass sie das Unternehmen in die richtige
Richtung gelenkt hat.
Kurze Zeit später nimmt auch das deutsche Unternehmen Manufactum Vipp in seinen
Katalog auf. Der Absatz steigt endlich an.
1997 - Jette Egelund
entwirft die Vipp WC-Bürste
Der Treteimer entwickelt sich langsam aber sicher zu einer Erfolgsgeschichte,
was die Nachfrage nach weiteren Vipp Produkten aufblühen lässt. Jette Egelund
entwirft die WC-Bürste Vipp 11, die sofort guten Anklang bei den Kunden findet.
Die Vipp 11 ist seitdem eines der meistverkauften Produkte von Vipp.
1998 - Die 3.
Generation steigt mit an Bord
Anfänglich erledigt Jette nahezu den ganzen Ablauf selbst, von Herstellung und
Vertrieb bis zur Verwaltung. Doch die Aufgaben werden mehr und sie beschließt
einen Buchhalter anzustellen, sowie auch ihre Kinder Sofie und Kasper in das
wachsende Unternehmen einsteigen. Bis zu diesem Zeitpunkt war nicht absehbar,
dass Jettes Kinder ihre berufliche Laufbahn mit dem Vipp Treteimer bestreiten
würde. Doch so kommt es.
Die Tochter Sofie wird als Art Director eingestellt, um sich dem visuellen
Auftritt von Vipp zu widmen, und der Sohn Kasper tritt den Posten als Sales und
Marketing Director an, um den Expansionskurs des Unternehmens zu sichern.
Vipp ist nun ein Familienunternehmen in der 3. Generation
2004 - Expansion
Vipp expandiert und der Bedarf nach einem größeren Firmendomizil macht sich
langsam bemerkbar. Per Zufall findet Kasper Egelund, Enkel des Gründers, eine
100 Jahre alte königliche Buchdruckerei, die in einem sehr schlechten Zustand
ist. Dennoch sieht die Familie das Potenzial in den maroden Gebäuden im
Stadtteil Islands Brygge und unterschreibt den Kaufvertrag. Die
Renovierungsarbeiten unter der Leitung des dänischen Architekten Frank Maali
dauern ein ganzes Jahr, und im Mai 2005 steht das neue Vipp Domizil zum Einzug
bereit.
Das Domizil enthält einen Showroom, eine Werkstatt für das Vipp Design Lab
sowie helle Büroräume.
2005 - Von Haute
Couture u. Charity bis in den Louvre
2005 organisiert Vipp im angesagten Lifestyle-Geschäft Silvera in Paris die
erste Wohltätigkeitsveranstaltung. Hier helfen 30 Designer, Geld für die
Organisation Handicap International zu sammeln. Unter den Designern sind
Christian Lacroix, Philippe Starck und Chantal Thomass.
Im folgenden Jahr sind Vipp und The Conran Shop Gastgeber einer Auktion in
London, deren Erlös der Organisation Oxfam zugeht. Hier werden Vipp-Treteimer
versteigert, die unter anderen von Ron Arad, Sir Terence Conran und Nicole
Farhi aus England sowie Karim Rashid aus den USA umgestaltet worden waren.
Das bisher größte Event der Vipp-Geschichte findet im April
2006 statt, als Vipp im Carrousel du Louvre in Paris ausstellt. Der chilenische
Designer Mauricio Clavero wird beauftragt, aufsehenerregende Kunstobjekte zu
kreieren. Das Ergebnis sind 36 einzigartige Werke aus Vipp-Treteimern und
-Seifenspendern mit Swarovski-Kristallen, Sicis-Mosaiken und einer Beleuchtung
von Ambiance Lumiére. Anschließend geht die Ausstellung auf Tournee durch
europäische Großstädte.
2008 - Die Familie
wächst
Heute hat sich die Produktion vervielfacht, und Jette Egelund schippert mit
Vipp auch nicht mehr alleine zu neuen Ufern. Sie hat die tägliche Leitung des
Unternehmens an ihre Kinder Sofie und Kasper sowie ein erfahrenes Managementteam
übergeben. Jette hat den Platz als Vorstandsvorsitzende eingenommen und
arbeitet täglich mit dem dänischen Business-to-Business-Geschäft.
Neue Produkten sind hinzugekommen, und weitere werden folgen. Dieses Jahr
präsentiert Vipp die neue Badezimmer-Serie, um das Badezimmer komplett
auszustatten. Vipp wird weltweit vertrieben, und um den wichtigen US-Markt
optimal zu versorgen, wird im Frühjahr der Vipp Showroom in New York eingeweiht.
Holger Nielsen würde sein Unternehmen heute kaum
wiedererkennen. Doch ein entscheidender Punkt hat sich nicht verändert: Die
Vipp-Treteimer werden noch immer in Dänemark hergestellt, genau wie damals
1939. Und das Material ist auch gleichgebelieben: Edelstahl und Gummi. Jeder
Treteimer besteht aus bis zu 42 Einzelteilen, die von versierten Handwerkern
per Hand in unserem Werk montiert werden. Ein Mitarbeiter setzt in der Stunde
ungefähr sechs Eimer zusammen - so sichern wir Qualität die hält.
